Besonderheiten in der Hotelreinigung: So werden Zimmer systematisch kontrolliert

Ein frisch gereinigtes Hotelzimmer sollte nicht unmittelbar als bezugsfertig gemeldet werden. Erst eine abschließende Zimmerkontrolle stellt sicher, dass Reinigung, Ausstattung und technischer Zustand den Standards des Hauses entsprechen.

Eine einheitliche Checkliste hilft dem Housekeeping dabei, keine Bereiche zu übersehen, Mängel frühzeitig zu melden und Zimmer zuverlässig für den nächsten Gast freizugeben. Auch der DEHOGA empfiehlt, nach jeder Zimmerreinigung zu kontrollieren, ob die vorgesehene Standardausstattung im Gästezimmer und im Badezimmer vollständig vorhanden ist.

Warum eine systematische Zimmerabnahme wichtig ist

Die Zimmerabnahme ist mehr als ein kurzer Blick vom Eingang aus. Sie verbindet die Kontrolle der Reinigungsqualität mit einer Prüfung der Ausstattung und der Funktionsfähigkeit des Zimmers.

Der Kriterienkatalog der Hotelstars Union verlangt für klassifizierte Hotels unter anderem, dass Einrichtungen und Ausstattungen funktionstüchtig und in einem mangelfreien Zustand sind. Die tägliche Zimmerreinigung ist dort in allen Sternekategorien als Pflichtkriterium vorgesehen, wobei Gäste darauf verzichten können. Auch ein Handtuchwechsel auf Wunsch und ein Bettwäschewechsel mindestens einmal pro Woche gehören zu den Kriterien.

Eine gute Zimmerkontrolle sollte deshalb drei Fragen beantworten:

  • Ist das Zimmer vollständig und gründlich gereinigt?
  • Ist die vereinbarte Ausstattung vorhanden?
  • Gibt es Schäden oder technische Mängel, die vor der Belegung behoben werden müssen?

1. Zimmerstatus und erster Gesamteindruck

Die Kontrolle beginnt bereits an der Zimmertür. Zimmernummer, Türschild, Schloss und elektronische Zutrittsfunktion sollten überprüft werden. Anschließend wird das Zimmer aus der Perspektive des ankommenden Gastes betrachtet.

Dabei sollte der Raum:

  • ordentlich und vollständig vorbereitet wirken,
  • frei von sichtbarem Staub und Abfall sein,
  • angenehm und neutral riechen,
  • korrekt beleuchtet sein,
  • keine zurückgelassenen Arbeitsmittel enthalten.

Reinigungswagen, Müllbeutel, gebrauchte Textilien oder Reinigungsmittel dürfen nach Abschluss der Arbeiten nicht im Zimmer verbleiben. Vor der Freigabe sollte außerdem geprüft werden, ob Fenster und Balkontüren entsprechend dem Hotelstandard geschlossen beziehungsweise gesichert sind.

2. Bett, Bettwäsche und Textilien kontrollieren

Das Bett ist meist der optische Mittelpunkt des Hotelzimmers. Bereits kleine Unregelmäßigkeiten fallen deshalb schnell auf.

Bei der Abnahme werden insbesondere kontrolliert:

  • korrekter Sitz von Bettlaken und Bezügen,
  • faltenfreie und gleichmäßige Anordnung,
  • saubere Bettwäsche ohne Haare, Flecken oder Beschädigungen,
  • vollständige Anzahl der Kissen,
  • richtig platzierte Tagesdecken und Dekokissen,
  • sauberer Bereich unter und neben dem Bett.

Die Bettwäsche sollte nicht nur oberflächlich betrachtet werden. Auch Matratze, Matratzenschutz und Bettgestell sind auf sichtbare Flecken, Schäden oder andere Auffälligkeiten zu prüfen.

Vorhänge, Gardinen, Polstermöbel und Teppiche gehören ebenfalls zur Kontrolle. Flecken, Risse oder ungewöhnliche Verschmutzungen sollten dokumentiert und an die zuständige Stelle weitergegeben werden.

3. Oberflächen und Ausstattung prüfen

Im nächsten Schritt werden Möbel und häufig berührte Kontaktflächen kontrolliert. Dazu gehören beispielsweise:

  • Nachttische und Schreibtisch,
  • Schrankflächen und Ablagen,
  • Tür- und Schrankgriffe,
  • Lichtschalter,
  • Telefon und Fernbedienung,
  • Lampen und Leuchten,
  • Gepäckablage,
  • Spiegel und Glasflächen.

Auf glatten Oberflächen dürfen keine sichtbaren Staubränder, Fingerabdrücke oder Reinigungsrückstände vorhanden sein. Besonders leicht übersehen werden Schrankoberseiten, Lampenschirme, Bilderrahmen, Sockelleisten und Bereiche hinter Vorhängen.

Auch die vorgesehene Zimmerausstattung ist zu kontrollieren. Je nach Hotelstandard können dazu Kleiderbügel, Informationsmaterial, Schreibutensilien, Wäschebeutel, Gläser oder ein Wasserkocher gehören. Der DEHOGA empfiehlt, die Standardausstattung nach jeder Zimmerreinigung auf Vollständigkeit zu prüfen.

4. Badezimmer gründlich abnehmen

Das Badezimmer verlangt besondere Aufmerksamkeit. Wasserflecken, Haare oder Rückstände werden dort von Gästen meist besonders schnell wahrgenommen.

Die Kontrolle sollte folgende Bereiche umfassen:

  • Waschbecken und Armaturen,
  • Dusche oder Badewanne,
  • WC einschließlich Sitz, Deckel und Außenflächen,
  • Spiegel und Glasabtrennungen,
  • Fugen, Ablagen und Wandflächen,
  • Boden und Ablaufbereiche,
  • Abfallbehälter,
  • Türgriffe und Lichtschalter.

Armaturen und Spiegel sollten frei von Kalkflecken und Schlieren sein. In Dusche und Waschbecken darf kein Wasser stehen. Abflüsse müssen frei sein und störungsfrei funktionieren.

Anschließend wird die Ausstattung geprüft:

  • Hand- und Badetücher vollständig,
  • Toilettenpapier vorhanden,
  • Seife beziehungsweise Spender aufgefüllt,
  • Pflegeprodukte entsprechend dem Hausstandard bereitgestellt,
  • Föhn und Beleuchtung funktionsfähig,
  • Abfalleimer geleert und sauber.

Schimmelverdächtige Stellen, beschädigte Fugen, undichte Armaturen oder langsam ablaufendes Wasser sollten nicht lediglich überdeckt, sondern sofort gemeldet werden. Auch der DEHOGA sieht vor, Verunreinigungen wie Schwarzschimmel unverzüglich zu beseitigen beziehungsweise an Vorgesetzte zu melden.

5. Minibar und Verbrauchsartikel überprüfen

Verfügt das Zimmer über eine Minibar, sollte ihr Bestand nach einem festgelegten System geprüft werden. Dabei werden fehlende Artikel erfasst, angebrochene oder beschädigte Produkte entfernt und die vorgesehenen Mengen aufgefüllt.

Kontrolliert werden sollten:

  • Vollständigkeit des Sortiments,
  • Unversehrtheit der Verpackungen,
  • Mindesthaltbarkeitsdaten,
  • Sauberkeit der Ablagen,
  • Funktion und Temperatur des Geräts,
  • korrekte Dokumentation entnommener Produkte.

Das gleiche Prinzip gilt für Kaffee, Tee, Wasserflaschen und weitere Verbrauchsartikel. Entscheidend ist, dass die Soll-Ausstattung für jeden Zimmertyp eindeutig festgelegt ist. So lässt sich vermeiden, dass Produkte vergessen oder versehentlich doppelt berechnet werden.

6. Gerüche richtig beurteilen

Ein Zimmer kann optisch sauber sein und trotzdem unangenehm riechen. Während der Abnahme sollte daher bewusst auf ungewöhnliche Gerüche geachtet werden.

Mögliche Ursachen sind:

  • Tabakrauch,
  • Feuchtigkeit,
  • Abflüsse,
  • Lebensmittel,
  • Reinigungsmittelrückstände,
  • verschmutzte Textilien,
  • technische Probleme mit Klima- oder Lüftungsanlagen.

Starke Raumdüfte sollten nicht dazu verwendet werden, die Ursache zu verdecken. Ein anhaltender oder unbekannter Geruch muss überprüft und gegebenenfalls an Haustechnik oder Housekeeping-Leitung gemeldet werden.

Auch die Hotelstars Union berücksichtigt Geruch als Teil einer angenehmen Atmosphäre in öffentlichen Hotelbereichen. Für die operative Zimmerkontrolle lässt sich daraus ableiten, dass ein neutraler, gepflegter Raumeindruck zum Qualitätsstandard gehören sollte.

7. Technische Funktionen testen

Nicht jeder Defekt ist beim Reinigen sofort sichtbar. Deshalb sollte die Zimmerabnahme auch eine kurze Funktionskontrolle umfassen.

Zu prüfen sind beispielsweise:

  • Haupt- und Lesebeleuchtung,
  • Steckdosen, soweit eine sichere Prüfung vorgesehen ist,
  • Fernseher und Fernbedienung,
  • Telefon,
  • Klimaanlage oder Heizung,
  • Fenster und Verdunkelung,
  • Zimmertür und Sicherheitsschloss,
  • Föhn,
  • Wasserzufuhr und Abflüsse.

Technische Mängel werden nicht nur mündlich weitergegeben. Sie sollten mit Zimmernummer, genauer Position, Art des Defekts und Dringlichkeit dokumentiert werden. Ein Zimmer darf erst dann freigegeben werden, wenn entschieden wurde, ob der Mangel die Belegung beeinträchtigt.

8. Schäden nachvollziehbar dokumentieren

Während der Kontrolle können Schäden auffallen, die bereits vorhanden waren oder möglicherweise während des letzten Aufenthalts entstanden sind.

Typische Beispiele sind:

  • beschädigte Möbel,
  • Flecken oder Brandspuren,
  • zerbrochene Gegenstände,
  • Risse in Fliesen oder Waschbecken,
  • defekte Elektrogeräte,
  • beschädigte Vorhänge oder Textilien,
  • fehlende Ausstattungsgegenstände.

Die Dokumentation sollte mindestens enthalten:

  • Zimmernummer,
  • Datum und Uhrzeit,
  • genaue Beschreibung,
  • Foto, sofern intern vorgesehen,
  • Name oder Kennung der meldenden Person,
  • Weiterleitung an die zuständige Abteilung,
  • Bearbeitungsstatus.

Die Hotelstars Union setzt für klassifizierte Häuser eine funktionstüchtige und mangelfreie Ausstattung voraus. Eine konsequente Schadensmeldung unterstützt daher nicht nur die Instandhaltung, sondern auch die Einhaltung des angestrebten Qualitätsniveaus.

9. Fundgegenstände sicher behandeln

Persönliche Gegenstände eines Gastes dürfen nicht entsorgt, verwendet oder unbeaufsichtigt liegen gelassen werden. Sie sollten nach dem internen Lost-and-Found-Verfahren des Hotels gesichert und dokumentiert werden.

Erfasst werden üblicherweise:

  • Funddatum und Uhrzeit,
  • Zimmernummer,
  • Beschreibung des Gegenstands,
  • Name der findenden Person,
  • Übergabezeitpunkt,
  • Aufbewahrungsort,
  • spätere Abholung oder Versendung.

Nach § 965 BGB muss eine Person, die eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, den Eigentümer oder einen anderen Empfangsberechtigten unverzüglich informieren. Zudem besteht nach § 966 BGB grundsätzlich eine Pflicht zur Verwahrung. Für Hotelbetriebe empfiehlt sich deshalb ein eindeutiger Übergabeprozess, bei dem Reinigungskräfte Fundsachen unmittelbar an die dafür benannte Stelle weiterleiten.

10. Zimmer erst nach Abschluss der Kontrolle freigeben

Die Zimmerfreigabe bildet den letzten Schritt. Der Status sollte erst dann im Housekeeping-System oder an der Rezeption geändert werden, wenn:

  • die Reinigung abgeschlossen ist,
  • die Ausstattung vollständig ist,
  • keine Fundsachen mehr im Zimmer liegen,
  • erkennbare Schäden dokumentiert wurden,
  • technische Funktionen kontrolliert sind,
  • keine belegungsrelevanten Mängel bestehen.

Bei Beanstandungen wird das Zimmer zur Nachbearbeitung zurückgegeben. Anschließend erfolgt eine erneute Kontrolle. Dieses klare Vorgehen verhindert, dass ein nur teilweise geprüftes Zimmer versehentlich vergeben wird.

Kompakte Checkliste für die Hotelzimmer-Abnahme

Kontrollbereich Prüfpunkte
Gesamteindruck Zimmer ordentlich, sauber, neutraler Geruch
Bett Bettwäsche sauber, vollständig und unbeschädigt
Oberflächen Staub-, flecken- und schlierenfrei
Boden gesaugt oder gewischt, auch unter Möbeln
Badezimmer WC, Dusche, Waschbecken, Spiegel und Boden sauber
Handtücher vollständig, sauber und richtig angeordnet
Verbrauchsartikel Toilettenpapier, Seife und Pflegeprodukte aufgefüllt
Minibar Bestand, Verpackungen und Haltbarkeit kontrolliert
Technik Licht, TV, Klima, Telefon und Sanitärtechnik funktionsfähig
Schäden dokumentiert und an zuständige Stelle gemeldet
Fundsachen gesichert, erfasst und übergeben
Freigabe Zimmerstatus erst nach erfolgreicher Endkontrolle ändern

Professionelle Hotelreinigung mit klaren Qualitätsstandards

Eine zuverlässige Zimmerabnahme benötigt einheitliche Abläufe, klar definierte Soll-Ausstattungen und eine lückenlose Kommunikation zwischen Reinigungsteam, Housekeeping-Leitung, Rezeption und Haustechnik.

Elite Gebäudeservice übernimmt die professionelle Reinigung von Gästezimmern, Badezimmern, Fluren und öffentlichen Hotelbereichen im Rhein-Main-Gebiet. Die Reinigungsleistungen werden auf Auslastung, Gästewechsel, Zeitfenster und Qualitätsanforderungen des jeweiligen Hotels abgestimmt und durch regelmäßige Qualitätskontrollen begleitet.

Das Ergebnis

Eine systematische Hotelzimmer-Abnahme schützt vor vermeidbaren Beschwerden und sorgt für gleichbleibende Reinigungsqualität. Entscheidend ist, nicht nur sichtbare Sauberkeit zu prüfen, sondern auch Bettwäsche, Badezimmerausstattung, Minibar, Gerüche, technische Funktionen und Schäden einzubeziehen.

Mit einer verbindlichen Checkliste weiß jede beteiligte Person, welche Punkte vor der Zimmerfreigabe kontrolliert werden müssen. So wird aus einem gereinigten Zimmer ein vollständig vorbereitetes und tatsächlich bezugsfertiges Gästezimmer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.